Kleine Farb-Psychologie                       Seite 1 / Seite 2

 

Wie wirken Farben? Welche Farben stärken Sie? Welche Farben fehlen Ihnen?

 

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Welche Wirkung hat die Farbe? Welche Symbolik wird damit verbunden? Welcher Hintergrund ist interessant - geschichtlich, psychologisch, sprachlich? Wie wirkt sie in Räumen, an Fahrzeugen und an Kleidung?

 

Die Wirkung hängt im Einzelfall ab von Mischungen mit anderen Farben, vom Umgebungslicht, von benachbarten Farben und Formen, von Material und Oberfläche des Farbträgers und von den Erfahrungen, dem kulturellen Hintergrund und den Stimmungen des Betrachters - und von der Einstellung Ihres Monitors.

Wie wirkt es sich aus, wenn es ein Zuviel oder ein Zuwenig von dieser Farbe gibt?

Einen Ausgleich schaffen Sie zum Beispiel durch entsprechend farbige Bilder, Blumen, Teppiche, Vorhänge, Bettwäsche, Kleidung, farbige Glühbirnen und Kissen. Betrachten Sie einen farbigen Bogen Papier. Nehmen Sie im Sommer auch hin und wieder die Sonnenbrille ab (außer im Hochgebirge und an der Küste). Sogar Getränke und Speisen können Sie nach benötigten Farben zusammenstellen.

 Magenta

Magenta vermittelt Urvertrauen und mediale Fähigkeiten.

Magenta steht für reiches Gefühlsleben, für soziales Engagement und spirituelle Energie - hat aber auch etwas von Snobismus, Arroganz und Dominanz.

In der Natur erleben wir Magenta hauptsächlich als Farbe von Blüten.

Die Deutsche Telekom AG hat die Farbe Magenta (RAL-4010) als Farbmarke registrieren lassen. Auch die Hörer an Telefonzellen sind magenta.

Je nach Technik der Farbmischung handelt sich um das reine Rot, das weder Gelb noch Blau enthält (subtraktiven Farbmischung) oder Magenta entsteht durch die Mischung von Rot und Blau (additive Farbmischung).

Bei Kleidung wirkt Magenta aktivierend wie Rot.

In der Mode wird es auch Pink genannt (intensiver als Rosa). Man könnte es auch als helles Purpur bezeichnen.

Magenta steht auch für die Gefahr des Verausgabens, Energiereserven könnten frühzeitig aufgebraucht werden.

Wenn diese Farbe bei Ihnen oft auftaucht, sollten Sie mit Ihrer Kraft haushalten und darauf achten, sich nicht zu überfordern und zu vielen Reizen auszusetzen.

 

 Rot

Rot stärkt Ihren Willen und Ihre Kraft.

Rot ist die wärmste Farbe, weckt Energien und regt an. Sie steht für Aktivität, Lebenskraft und wird im weitesten Sinne mit Liebe, Blut, Feuer und Leidenschaft verbunden - noch brennender als Orange.

Rot ist eine männliche Farbe - als Farbe der Kraft und der Aggressivität. Es ist der Gegenpol zum passiven, sanften Blau und zum unschuldigen Weiß.

Wenn einem das Blut in Wallungen gerät, man einen roten Kopf bekommt, wenn man dann auch noch rot sieht, wird es gefährlich.

Dem Kriegsgott Mars war die Farbe Rot geweiht; der Mars ist der rote Planet. Mit roter Tinte wurden im Mittelalter Todesurteile unterschrieben. Der Henker trug Rot. Noch heute tragen hohe Richter rote Talare.

Im alten Ägypten war Rot das Symbol für böse und zerstörerisch, bedrohlich wie die Gluthitze der Wüste.

Es ist die erste Farbe, der der Mensch einen Namen gab, die älteste Farbbezeichnung in den Sprachen der Welt.

Rot ist die häufigste Farbe in Flaggen. Rote Fahnen sieht man besser. Ein anderer Grund: Fahnen müssen besonders lichtbeständig sein; früher gab es nur wenige Farbstoffe, die so lichtbeständig waren wie Kermesrot und Krapprot.

Unter der roten Gefahr hat man früher den Einfluss des Kommunismus gefürchtet. Hitler wählte bewusst Rot als Grundfarbe des Hakenkreuzbanners - er brauchte für seine Massenpartei die Sympathien der Arbeiter (Rot als Bezug auf die Arbeiterbewegung).

Kleinen Kindern setzte man ein rotes Mützchen auf, zum Schutz vor Dämonen. In China tragen alle kleinen Kinder Rot - es ist die Glücksfarbe.

Je dunkler das Rot wird, desto mehr steht es für Reife (dunkelroter Wein).

Wer im Straßenverkehr Rot missachtet, macht sich strafbar.

Rot ist die Farbe der Korrektur - bei Schulaufgaben und bei durchgestrichenen Preisen im Geschäft. Wer rote Zahlen schreibt, macht Verlust und muss mit dem Rotstift unnötige Ausgaben streichen.

Der rote Faden, der sich durch etwas hindurch zieht, kommt von der englischen Marine. Diese hatten als Diebstahlschutz in ihre Taue rote Fäden eingewebt. Der übertragene Gebrauch von roter Faden geht von Goethe in den Wahlverwandtschaften aus.

Heute rot, morgen tot meint den unerwarteten Tod eines Menschen, der am Vortag noch rote Wangen vor Lebenskraft hatte.

Wenn dem Fußballclub nach einer Niederlage nur noch die rote Laterne bleibt, bedeutet das den letzten Tabellenplatz (bezieht sich auf ein rotes Schlusslicht an Fahrzeugen).

Wer den roten Hahn aufs Dach gesetzt bekommt, kann über das Feuer sich die Augen rot weinen - vor allem, weil er für die Ruine keinen roten Heller mehr bekommt, wird er sich diesen Tag im Kalender rot anstreichen. Der Brandstifter wird ihm ein rotes Tuch sein. Wenn der erwischt wird, gibt‘s gleich einen Satz rote Ohren.

Dunkelrote Autos wirken schwer und würdig (Alternativfarbe für Leichenwagen - wenn es zum Burgunderton führt). Rote Fahrzeuge werden schneller als blaue erkannt; sind am wenigsten in Unfälle verwickelt. Signalrot wirkt sportlich und frech, feurig - aber auch übertrieben, wenn es nicht gerade ein Ferrari ist. Signalrotfahrer fallen gerne auf und legen es gerne mal auf Zweikämpfe an.

An Kleidung zeigt eine Dominanz von Rot die Suche nach mehr Lebenskraft, steht als Signalfarbe für Dominanz und Leidenschaft.

 

 

Wenn Rot in Ihrem Leben fehlt, zeigt das vielleicht, dass Sie den Aufregungen des Lebens aus dem Weg gehen.

Es vermittelt ein Defizit an Energie.

Gibt es zu viel Rot, kann das Spannungen erzeugen oder sogar Aggressionen auslösen - entweder regen Sie sich selber oder andere oft auf.

Rot vertreibt schnell Schwächegefühle, Müdigkeit und Lethargie. Gefühle der Minderwertigkeit und mangelnden Durchsetzungsfähigkeit können von Rot vertrieben werden.

 Rosa

Rosa verbindet ein praktisches Leben mit der Nachsicht des Herzens.

Alle Eigenschaften, die Rosa zugeschrieben werden, gelten als typisch weibliche Eigenschaften. Rosa symbolisiert die Stärken der Schwächen wie Charme und Höflichkeit. Es ist die zweite Farbe der Harmonie und Höflichkeit.

Die leidenschaftlichen Gefühle sind rot. Zu den sanften Gefühlen gehört Rosa. Es ist die Farbe der Zärtlichkeit. Rosa ist das geschwächte Rot und das verschönerte Weiß. Es ist die Mischung aus dem männlichen Rot und dem weiblichen Weiß. Rot ist groß und stark, Rosa klein und zart. Weiß ist kühl, Rosa ist weich und anschmiegsam (wird gerne für Weichspüler-Flaschen genommen).

Das Babyrosa scheint uns so vertraut, als ob es immer bestanden hätte. Tatsächlich entstand der Brauch, Babys farbig anzuziehen, erst um 1920. Dazu kommt, dass dieser Brauch der Farbsymbolik widerspricht. Denn Rot ist eine männliche Farbe, Rosa ist das kleine Rot - müsste also für kleine Jungen stehen. Deshalb trägt das Jesuskind auf vielen Gemälden ein rosarotes Kleid. Nicht nur zur Zeit des Rokoko trugen sogar ältere Männer rosarote Anzüge.

In seiner Wirkung ist Rosa extrem von den umgebenden Farben abhängig. Dasselbe Rosa wirkt neben verschiedenen Farben ganz unterschiedlich. Rosa, selbst eine Mischung aus einer heißen und einer kalten Farbe, symbolisiert die Tugenden des Kompromisses, der Anpassung.

Rosa ist die Bonbonfarbe. Keine andere Farbe passt besser zu Süßspeisen. Süß und mild sind die Geschmackserwartungen bei Rosa. Als Geruch assoziiert man mit Rosa süßlichen und milden Rosenduft.

Im übertragenen Sinn wird das Süße zum Süßlichen: Ein Buch mit rosarotem Umschlag wirkt wie ein Kitschroman. Wer eine rosarote Brille trägt, ist blind für die weniger schönen Seiten - ebenso, wenn etwas in rosarotem Licht gesehen oder rosarot ausgemalt wird.

Rosa fällt besonders auf, wenn es mit Aussagen kombiniert wird, die nicht zu Rosa passen. Man erwartet rosarote Luftballons, rosarote Häschen, rosarote Herzen oder ein rosarotes Schäfchen - so die Klischees. In diesem Fall wäre die Farbe überflüssig; sie wiederholt nur die Aussage des Sujets. Markante Bilder lassen sich kreieren, wenn Rosa entgegen den Erwartungen kombiniert wird: ein rosaroter Kaktus, ein rosaroter Hammer, rosarote Elefanten, ein rosaroter Saurier wäre ebenfalls interessant.

Wie wäre es mit rosafarbenem Zeitungspapier? Unmöglich? Dann sehen Sie sich mal die Financial Times an.

In Kinder- und Schlafzimmern kann Rosa ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln (es müssen ja nicht alle vier Wände damit angestrichen sein).

Rosafarbene Kleidung weist auf die Bereitschaft zu gefühlsbetonten Beziehungen hin - vermittelt aber auch die Suche nach Schutz vor einer derben Umwelt. Ein rosafarbenes Hemd oder Poloshirt kann auch für Männer die Alternative zum ewigen Weiß oder Hellblau sein - gewusst, für wen wann und wo.

 

Wenn Rosa in Ihrem Leben fehlt, fühlen Sie sich vielleicht vernachlässigt oder nicht genügend geschätzt. Wenn Rosa abgelehnt wird, kann das ein Zeichen von Härte sein.

Einen farblichen Ausgleich kann zum Beispiel Rosenquarz schaffen.

Wenn es zu viel Rosa gibt, kann dies eine Neigung zur Sentimentalität, zu kitschigem Geschmack oder einen Verlust der Bodenhaftung signalisieren.

Rosa hilft bei der Besänftigung des Gemüts, erleichtert das Verzeihen, bringt Licht ins Herz und gilt als Lichtfarbe für die Seele.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Orange

Orange stärkt Ihre Offenheit für etwas Neues und lässt Sie kreative Potenziale nutzen.

Bei Orange geht es um Öffnung, um aktive Ausdehnung und kreative Entfaltung. Sonne und Blut scheinen sich zu mischen; Orange vermittelt inneres Brennen und Dynamik - bis zur Aufregung und Begierde. Orange ist die Kombination aus Licht und Wärme; seine Helligkeit wirkt nicht so grell wie bei Gelb.

In einem Raum fördert Orange jugendliche Tatkraft, wirkt anregend und vermittelt Mut und neue Hoffnung. Orange ist die Farbe des Vergnügens, des Lustigen, der Geselligkeit.

Im Buddhismus ist Orange die Farbe der Erleuchtung; Orange sind die Gewänder der Mönche. Der orangefarbene Goldfisch ist eines der wichtigsten Symbole des Buddhismus.

Orange ist die Nationalfarbe der Niederländer. Es ist die Farbe ihres Königshauses, die Farbe der Oranier. Oranje heißt orange.

Was bei Produkten orange ist, wirkt leicht billig, denn es ist meist aus Plastik.

In der Werbung ist Orange neben Rot die bevorzugte Farbe. Allerdings verbinden die Menschen damit auch gleich Reklame und überblättern eine Anzeigenseite mit orangefarbenen Elementen umso schneller.

Orange ist eher eine modische als eine moderne Farbe; sie vermittelt den Ausdruck des unangenehm Grellen und des manipulierten Geschmacks.

An Kleidung ist es günstig gegen depressive Stimmungen und vermittelt Bereitschaft zur Geselligkeit.

Wenn diese Farbe in Ihrem Leben fehlt, probieren Sie ein neues Hobby aus, unternehmen Sie etwas, verreisen Sie.

Wenn es von Orange zu viel gibt, stellt sich die Frage, ob der Ausdehnungswille Substanz hat und sich nicht als Luftblase erweist. Übersteigertes Verlangen wäre die Folge.

Orange hilft bei der Erweckung Ihrer Kreativität. Es bringt mehr Erotik in die Sexualität, vertreibt Depressionen und hilft dabei, Emotionen in geregelte Bahnen zu lenken.

 

 Braun

Braun vermittelt Geborgenheit und Erdung.

Braun ist die schöpferische Kraft der Erde, ebenso die Farbe des menschlichen Stuhlgangs. Es ist die Farbe des Rustikalen, sogar der Gemütlichkeit, wenn es um Leder und Holz geht. Gebratenes Fleisch ist braun, Kaffee und Schokolade ebenso. Braun ist gehaltvoll und aromatisch (dunkles Brot).

Dennoch wird Braun kaum als Lieblingsfarbe genannt. Im Mittelalter war die Kleidung der Armen braun. Gefärbte Kleidung war teurer und galt als schöner. Man glaubte, mit dem Färben die Kräfte der Farben zu übertragen. Deshalb wurden fast alle pflanzlichen und tierischen Farbstoffe auch als Arzneimittel eingenommen.

Braun signalisiert innere und äußere Sicherheit.

Braune Fahrzeuge wirken un-dynamisch und bürgerlich (oder können Sie sich einen kleinen braunen Flitzer vorstellen?). Dunkles Orange und Schwarzbraun strahlen dagegen Sicherheit und Wohlgefühl aus.

Braune Kleidung mit ihren unendlich vielen Erdschattierungen gehört in der Damenmode seit Jahren zu den Favoriten. Dominiert der dunkle Anteil, kann es aber auch Unauffälligkeit und Trägheit vermitteln.

 

Wenn es an Braun fehlt, fehlt die stabilisierende Bodenhaftung, es fehlt Gemütlichkeit, vielleicht sogar Geborgenheit.

Wenn es zu viel Braun gibt, gibt es vor lauter Bodenhaftung kein Abheben zu Fantasien und Emotionen mehr - alles wird behaglich zugedeckt; scheint sich zu einem Einerlei zu vermischen.

Braun bringt einen wieder in Verbindung mit seiner Erdung und bewahrt die eigene Natürlichkeit.

 Gelb

 

 

 

 

Gelb stärkt Ihre heitere Einstellung und geistige Beweglichkeit.

Gelb steht für schnelle Auffassungsgabe und Weltoffenheit. Attribute wie Licht, Sonne, Erleuchtung, Wärme und Gold werden mit Gelb verbunden. Licht und Leicht sind Eigenschaften von gleichem Charakter. Gelb wird zu Gold, wenn das Schöne, das Wertvolle gemeint ist.

Gelb ist die Farbe der Reife, wenn etwas goldene Früchte trägt und ein goldener Herbst erlebt wird. Das Gelbe vom Ei ist das Beste, das Vorteilhafteste.

In Asien ist Gelb die Farbe der Glückseligkeit, Farbe des Ruhms, der Weisheit, der Harmonie, die Farbe der höchsten Kultur. Gelb war die Hoheitsfarbe des chinesischen Kaisers.

Wer Gelb mag, hat wenig Angst, nutzt seinen Verstand und ist kommunikativ.

Gelb ist aber auch die Farbe der Lüge.

Die historisch geprägte Symbolik ist negativ. Gelb war die Farbe der Geächteten, es blieb die Symbolfarbe der egoistischen Eigenschaften. Der Neid ist gelb, gelb ist die Eifersucht, auch der Geiz ist gelb (immerhin Todsünden in der christlichen Lehre).

In Räumen verbreitet Gelb gute Stimmung und lässt die linke Gehirnhälfte (Intellekt) besser arbeiten; Gedanken werden geordnet. Je gelber das Licht einer Lampe ist, desto natürlicher und schöner erscheint es.

An Fahrzeugen ist Gelb die auffälligste Farbe im Straßenverkehr - damit werden Kleinwagen oder Sportwagen nicht übersehen. Gelb wirkt sportlich und frech. Gelbfahrer sehen die Welt optimistisch; strahlend helles Gelb wird von Fahrern bevorzugt, die auffallen möchten.

An Kleidung vermittelt Gelb eine gewisse Heiterkeit und signalisiert eine klare Denkweise.

 

 

Wenn diese Farbe in Ihrem Leben selten vorkommt, bleiben Sie auf der Suche nach dem Sinn, auch wenn Ergebnisse noch nicht greifbar sind.

Wenn es von Gelb zu viel gibt, könnte dies ein Zeichen für mangelnde Ausdauer, für unechte Fröhlichkeit und auch Nervosität sein. Der Wunsch nach Anerkennung und die Neigung zur mentalen Überlastung vermitteln sich bei Dominanz von Gelb.

Gelb vertreibt Ängste und Mutlosigkeit, hilft bei der Überwindung von Unlustgefühlen und Niedergeschlagenheit, löst Spannungen und schlechte Laune auf. Gelb macht Lust auf Sex. Sogar gegen Kaufsucht und Geiz soll es helfen.

 

 Grün

 

 

Grün stärkt Ihre Fähigkeit zum Ausgleich.

Grün ist eine neutrale Farbe zwischen warm und kühl. Sie steht für Gesundheit, Natur, organisches Wachstum, Nahrung und Verlangen nach Sicherheit.

Der Wald wird als grüne Lunge bezeichnet, der gefährliche Urwald gilt als grüne Hölle, ein Hobbygärtner hat einen grünen Daumen, Städter fahren ins Grüne.

In China ist Grün auch Symbolfarbe für langes Leben und Barmherzigkeit. Es ist die Farbe Johannes des Täufers. Der heilige Michael trägt auf vielen Bildern einen grünen Mantel. Grün war die Lieblingsfarbe Mohammeds, des Propheten; Mohammed trug einen grünen Mantel und einen grünen Turban.

Grün ist die Farbe des Frühlings. Grüne Dinge tun bedeutet bei den alten Ägyptern Gutes hervorbringen. Grün ist die Farbe des Gottes Osiris.

Grün ist die Farbe der beginnenden Liebe, wenn sie sich entfaltet, wenn sie wächst.

Grün ist die Hoffnung, wenn sie keimt, wenn die Saat später Früchte tragen soll.

Wer etwas über den grünen Klee lobt, der urteilt wie ein Rindvieh (diese mögen am liebsten Klee futtern). Die grüne Minna fährt einen ins Gefängnis (grün bezieht sich hier auf die Fahrzeugfarbe und Minna meint Dienstmädchen - hier wird aufgeräumt). Die grüne Welle wünschen wir uns bei der Fahrt durch die Stadt. Grüne Witwen leben fast wie eine Witwe alleine, weil der Mann oft unterwegs ist.

Grün steht aber auch für Unreife, wenn jemand noch hinter den Ohren grün ist oder sich als unerfahrener Grünschnabel zu weit nach vorne traut und auf keinen grünen Zweig kommen wird.

Wenn etwas am grünen Tisch geplant wird, ist der Vorwurf der Realitätsferne damit verbunden (weil der das Arbeitszimmer nicht verlassen hat). Wenn es trotzdem im grünen Bereich bleibt, ist alles in Ordnung. Wenn man die bewährte Arbeit wiederholen kann, folgt dasselbe in Grün.

Wenn es Giftgrün ist, erscheint es ungenießbar. Schimmel ist meist grün.

Grüne Farbe blieb bis in das vorige Jahrhundert oft giftig. Napoleon wurde seine Vorliebe für Grün zum Verhängnis. Aus den grünen Tapeten, Möbelstoffen und dem grün gefärbtem Leder in den Räumen seines Exils in St. Helena trat Arsen aus und sammelte sich zur tödlichen Konzentration an.

Grün hilft bei der Beruhigung überschüssiger Energien.

Als Wandfarbe wirkt Grün eher kühlend - mit Pflanzen im Raum positiv.

Dunkelgrüne Autos erinnern an Droschken (oder an alte englische Sportwagen). Wirken etwas streng und konservativ. Dunkelgrün ist noch schlechter wahrnehmbar als Schwarz. Hellgrüne Autos wirken dagegen leicht, manchmal etwas „giftig“, die Fahrer gelten als kontaktfreudig.

Bei Kleidung gibt Grün das Signal, dass Sie sich nicht in Gefühlen verstricken lassen wollen und dass Sie beharrlich und verlässlich sind.

 

 

Wenn diese Farbe in Ihrem Leben fehlt, entwickeln Sie für sich verlässliche Strukturen und mehr Beständigkeit.

Ein Zuviel von Grün zeigt die Überbewertung von Förmlichkeiten, Struktur und tradierten Inhalten; Gefühle werden zurückgehalten - vor allem bei dunklem Grün.

Grün hilft gegen Nervosität und Überreiztheit, fördert die innere Ruhe und wirkt erfrischend. Die Konzentrationsfähigkeit wird verbessert und es bringt Harmonie ins Leben.